Kategorie: Essays
-
„Poor Things“ Essay: Das freibestimmte und unzenzierte Leben der Bella Baxter

Yorgos Lanthimos fängt da an, wo die meisten anderen Filmschaffenden bereits aufgehört haben. Er scheut sich nicht davor, unkonventionelle Ideen zu nehmen und sie so originell zu verpacken, dass sie ein Eigenleben entwickeln – ganz so, als würde ein Fremdkörper plötzlich anfangen, sich zu etwas neuem zu formen. Wer noch keinen Film des griechischen Weid-Wave-Regisseurs…
-
#LFF23: „All Of Us Strangers“ Essay

EXT. EIN FAST LEERER HOCHHAUSBLOCK IN LONDON Der dunkelblaue Himmel schmerzt so sehr wie die Tränen der Engel. Eine Silhouette erscheint neben dem flackernden Abendlicht, während der Horizont zu brennen beginnt. Melancholische Musik setzt ein, während sich die Skyline der Metropole ebenso in die Erinnerung einbrennt wie Adams Traurigkeit selbst. Er sitzt allein vor seinem…
-
„Barbie“ Essay: Wofür wurde ich geschaffen?

Vielleicht bin ich nur eine Vorstellung davon, wie es ist, ein Mensch zu sein. Es gibt Momente, in denen ich nicht weiß, was ich eigentlich tun soll. Ich denke, ich bin einfach nur stereotypisch und zu nichts gut. Aber vielleicht sind die meisten Dinge, von denen wir denken, dass sie uns ausmachen, gar nicht so…
-
Essay: Wien wartet auf uns vor dem Sonnenaufgang

Stell dir vor, es ist der 16. Juni des Sommers ’94.. Wir treffen uns, es ist eine Zufallsbegegnung auf einer Zugfahrt und fast wie in einem Film. Wir sind uns fremd und doch erkenne ich dieses Glitzern in deinen Augen, das mir sagen wird, dass du einen Plan hast. Gemeinsam durch Wien schlendern, bevor die…
-
„303“ Essay: Die deutsche Antwort auf Richard Linklater

Es war der letzte Tag vor den Sommerferien, in dem Jahr, in dem das Leben auf den Kopf gestellt wurde und Jule und Jan sich verliebten. Ein Indie-Song lief im Radio, als der Motor ansprang. Goldgelbe Felder zogen in Sekundenschnelle an ihnen vorbei, als der Van über die Landstraßen fuhr, und je länger sie in…
-
Essay: (500) Days of Summer oder wieso sie nicht die Eine ist

Die Dinge laufen gut, wir bezeichnen unsere Bekanntschaft nicht als solche, bitten einander nicht um ein Date und obwohl wir die gleichen Dinge mögen, macht uns das nicht zu Seelenverwandten. Aber wir sind ja schon seit Monaten Sidney und Nancy, da ist Understatement angesagt, ein unausgesprochenes „wir reden später darüber“. Wir werden nie darüber reden,…
-
Essay: Was es bedeutet der schlimmste Mensch der Welt zu sein

Manchmal denke ich, ich bin der schlechteste Mensch der Welt. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, dass wir das alle sind. Wir springen von der Hauptfigur zum Zuschauer hin und her, suchen ständig nach unserem Platz in diesem Universum, während wir uns nach unbegrenzter Bestätigung sehnen, und suchen nach der einen…
-
Normal People vs. Conversation with Friends

Drehen Sie die Zeit zurück auf Mai 2020. Die Quarantäne stellte uns alle auf die Probe, es fühlte sich jeden Tag und jede Nacht ziemlich gleich an. Und als sich dieses sich wiederholende Muster wiederholte, stolperte ich plötzlich über eine Sendung, die allen eine neue Perspektive und Hoffnung in dieser schwierigen Zeit gab. Die Serie…
-
Die besten Filmmusik der Geschichte

Während sich das Kino in seiner 132-jährigen Geschichte weiterentwickelt hat, waren seine Wandlungsphasen für den künstlerischen Ausdruck von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt monumental. Vom Übergang zum Stummfilm zum Tonfilm mit „Der Jazzsänger“ im Jahr 1927 über den ersten vollständig animierten Spielfilm mit „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ im Jahr 1937 bis hin…
-
Die akribische Pracht von „Midsommar“

Jedes Jahrzehnt werden Hunderte von erstaunlichen Filmen veröffentlicht. Und auf dem absoluten Höhepunkt dieser Filme gibt es jene zwei oder drei Filmemacher, die auftauchen, in die man sich absolut verlieben wird. Für mich ist einer dieser Filmemacher Ari Aster. Seine Art von emotional verheerenden und dramatischen Charakterstudien, verpackt in den perfektionistischen Rahmen von Horrorfilmen, sorgen…