Kategorie: Filmkritiken
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„Lux Æterna“: Der wahnsinnige Abstieg in die Hölle ist Gaspar Noés bisher hysterischster Film

Gaspar Noé ist ein Filmemacher, der starke Reaktionen verdient. Ob er mit „Irrevérsible“ 250 Ausfälle bei den Filmfestspielen von Cannes 2002 verursachte, ob er in seinem 3D-Film „Love“ unsimulierte Sexszenen drehte oder für „Climax“ eine 42-minütige, ununterbrochene Einstellung drehte, Noé hat unheimlich viel Freude daran, bei seinen Zuschauern einen Wirbelsturm von Provokationen und emotionalem…
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„The Painted Bird Review“: Ein kaltblütiges Meisterwerk voller Traumata

Seit den Anfängen der Menschheit hat schreckliches Leid unzählige Menschenleben geplagt. Der Film war schon immer eine Möglichkeit, Qualen auszudrücken, die zu unvorstellbar sind, um sie in Worte zu fassen, und es ist nur natürlich, dass Kriegsgeschichten in diese Kategorie fallen. Von Andrej Tarkowskijs „Iwans Kindheit“ über Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Elem Klimows „Komm und…
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„Unknown Gems“: 3 unbekanntere Filme, die ich liebe

Wenn Sie sich dabei ertappen, wie Sie Ihre Streaming-Dienste durchblättern und immer wieder sagen: „Das habe ich gesehen“, dann haben wir Sie im Griff. Von Zeit zu Zeit werden unsere Autoren einige versteckte Edelsteine und Filme empfehlen, die mabye bei ihrer Erstveröffentlichung nicht groß rausgekommen sind, aber trotzdem sehenswert sind. Ich habe mich heute auf…
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Die akribische Pracht von „Midsommar“

Jedes Jahrzehnt werden Hunderte von erstaunlichen Filmen veröffentlicht. Und auf dem absoluten Höhepunkt dieser Filme gibt es jene zwei oder drei Filmemacher, die auftauchen, in die man sich absolut verlieben wird. Für mich ist einer dieser Filmemacher Ari Aster. Seine Art von emotional verheerenden und dramatischen Charakterstudien, verpackt in den perfektionistischen Rahmen von Horrorfilmen, sorgen…
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„The King of Staten Island“: Die emotionalen Umklammerungen eines Mann-Jungen

Die Tiefen der Finsternis verbergen sich oft hinter dem Vorhang der Komödie. Freud schlug einmal vor, dass „Humor das lebenslustige Es ist, das sich trotz der Proteste des konformistischen Über-Ichs zu erkennen gibt“. Einige der größten Komiker der Welt, wie Robin Williams oder Lenny Bruce oder Richard Pryor, sind der Beweis dafür. Es ist klar,…
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Streaming Tipps: Was man schauen kann oder lieber lassen sollte (Mrs. America, Run and Defending Jacob)

Es ist kein Geheimnis, dass 2020 ein hartes Jahr war, da die Dinge in jeder Hinsicht über den Haufen geworfen wurden. Die Welt erholt sich langsam, und so erholt sich auch die Unterhaltungsindustrie, die im Juli hoffentlich wieder Kinos eröffnet und wieder Abenteuer auf der Leinwand erlebt. Aber die Pandemie hat bleibende Schäden verursacht. Mit…
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Kritik: „Artemis-Fowl“: Disneys Beherrschung der Zerstörung geliebter Kindheitseigenschaften

Da von Jahr zu Jahr mehr Adaptionen und Neuinterpretationen klassischer Filme und Bücher grassieren, haben viele große Studios wahnsinnig teure Produktionsbudgets auf Filme aus Jugendromanen gesetzt. Einige wie „Hugo“, „Coraline“, „Sieben Minuten nach Mitternacht“ und die „Harry Potter“-Filmsaga sind unglaublich gut geworden, mit vielen Talenten hinter und vor der Kamera. Seitdem Disney die Verhandlungen über…
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Review: „Portrait einer jungen Frau in Flammen“ – Celine Sciamma

Die Veröffentlichung von Celine Sciammas „Portrait einer jungen Frau in Flammen“ zur Criterion Collection am 23. Juni hat das Interesse an dem Film geweckt, das einige Zuschauer verpasst hatten. Es ist ein erstaunlich trauriges Werk – eine Geschichte von Sehnsucht, Schönheit und Erinnerung inmitten der Darstellung einer trostlosen und schwierigen Welt. Inmitten der wütend krachenden…
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Kritik: „Shirley“: Das meisterhafte Wiederaufleben des Kino-Wiederauflebens

Das Muster der gefilmten Biopics ist ein schreckliches und trostloses. Seit der 78. Oscar-Verleihung im Jahr 2005, als der manipulative und langweilige Film „Crash“ für seine seichte Darstellung von Rassenspannungen den Preis für das beste Bild erhielt, prägte der Filmemacher Spike Lee den Begriff „Oscar-Köder“, eine Art Film, bei dem die Studios das Potenzial sahen,…
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Review: „Never Rarely Sometimes Always“ – Eliza Hittman

Die völlige Brutalität und Unversöhnlichkeit der realen Welt mit den zärtlichen Gefühlen eines Menschen in einer Krise zu vermischen, ist eine schwierige Aufgabe, die niemandem zugefallen ist. Die geschickte Berührung von Eliza Hittman war perfekt geeignet für „Never Rarely Sometimes Always“, die feierliche Odyssee eines einsamen Teenager-Mädchens, das inmitten eines Sturms voller scharfsinniger politischer Relevanz…